Remigius von Auxerre

Remigius von Auxerre
 
[-o'sɛːr], mittellateinischer Autor, * nach 841, ✝ Paris 2. 5. 908 (?); war im Kloster Saint-Germain zu Auxerre Schüler Heirics und nach dessen Tod Lehrer ebenda, 893 an die Reimser Domschule berufen; um 900 ging er nach Paris, wo Odo von Cluny zu seinen Schülern zählte. Auf der Grundlage älterer Kommentare verfasste Remigius für den Unterricht zahlreiche, im Mittelalter hoch geschätzte Kommentare zu antiken lateinischen Schulautoren (u. a. Juvenal, Donatus, Boethius, Martianus Capella, Sedulius) sowie zu Bedas »De arte metrica«, in denen er noch einmal das karolingische Bildungsgut ausbreitete. In kompilierender Manier schrieb er ferner Homilien, Bibelkommentare und einen Traktat zur Erklärung der Messe.
 
Ausgaben: Commentum in Martianum Capellam, herausgegeben von C. E. Lutz, 2 Bände (1962-65); Un'opera grammaticale di Remigio di Auxerre: il commento al »De barbarismo« di Donato, herausgegeben von M. L. Coletti, in: Studi medievali, serie 3a, Band 26 (Turin 1985).
 
 
C. Leonardi: Remigio d'Auxerre e l'eredità della scuola carolingia, in: I classici nel Medioevo e nell'umanesimo, hg. v. G. Puccioni (Genua 1975).

Universal-Lexikon. 2012.

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